Editorial

Alljährlich wiederholen sich im Frühling die Rituale: Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen wandern die Grills aus den Kellern auf die Terrassen oder Balkone und im Kalender naht der Termin der Intermodellbau. Sie ist quasi diejenige Messe, welche einerseits die ersten Neuheiten des Modelljahres präsentiert, andererseits die Modellbausaison beschließt, denn in der Regel verbringen die meisten von uns die hoffentlich reichlich kommenden warmen Tage seltener im Bastelkeller.

Passend zum Aufblühen der Natur stellen wir in dieser Ausgabe des Dreileiter-Magazins die neuen Produkte des Herstellers Microrama vor – er nutzt zwar ebenso die altbekannte Methode der elektrostatischen Begrasung, allerdings änderte er die eingesetzte Chemie grundlegend. An die Stelle wasserlöslicher Weißleime treten Neoprenkleber. Hinzu kommt durch die Schaffung einer flexiblen und durch Graphit leitfähigen Basis eine völlig neue Freiheit bei der Handhabung der einzelnen Materialien. Womit für die (experimentierfreudigen) Modellbauer wiederum bislang unbekannte Effekte realisierbar sind, etwa in einen Teich hineinwachsende Pflanzen.

Sozusagen als Anregung zur Beschäftigung mit dem Vorbild werfen wir einen Blick auf die Geschichte der Russen-Familie der Deutschen Reichsbahn. Deren Hauptvertreter in Form der Baureihe
232 – besser als Ludmilla bekannt – ist bei der Deutschen Bahn AG und etlichen Privatbahnen noch immer unverzichtbar. Dank entsprechender Modelle von Piko wie auch ESU, Märklin und weiteren Herstellern lässt sich die Entwicklungsgeschichte nun fast komplett im Modell erzählen, ganz wie wir es in diesem Dreileiter-Magazin recht ausführlich tun. Natürlich nicht ohne einige aktuelle Versionen gründlich zu testen.

Ganz wie von Ihnen gewohnt und versprochen, setzen wir in dieser Ausgabe des Dreileiter-Magazins auch unsere Einsteiger-Serie fort. Dort beginnen wir mit der Ausgestaltung der bislang publizistisch vernachlässigten Rückseite des kleinen Ovals. Im Mittelgebirge angelegt, sind dazu unter anderem verschiedene Tunnelportale anzupassen und als Blickfang eine kleine Feldbahnstrecke anzulegen.

Als letzter Rückblick auf Nürnberg und passend zum derzeitigen Start des Kinofilms über die Abenteuer von Jim Knopf und Lukas dem Lokomotivführer mit der Dampflok Emma stellen wir im zweiten Anlagenportrait auch das entsprechende Schaustück vor, mit dem Märklin seine aufgelegten Produkte im filmtechnisch korrektem Umfeld dort wie auch in Dortmund einem breiten Publikum präsentierte. Ein Nachbau ist ausdrücklich erwünscht.

Wir wünschen Ihnen nun viel Vergnügen beim Studium der vorgenannten und weiteren Beiträge dieses Dreileiter-
Magazins. Sollte es Ihnen gefallen, freuen wir uns natürlich auf entsprechende Rückmeldungen in Form von Leserbriefen oder Abonnements.

Ihr Michael Kratzsch-Leichsenring
Herausgeber und Chefredakteur